Montag, 29. Februar 2016

Das wirst du bereuen


Das wirst du bereuen von Amanda Maciel

Zusammenfassung:

Alle Welt denkt, dass Emma Putnam sich umgebracht hat, weil wir sie Schlampe genannt haben - und nicht weil sie eine Schlampe war. Echt klasse.
Sara und ihre beste Freundin Brielle müssen sich vor Gericht verantworten - angeklagt, ihre Mitschülerin Emma gemobbt und in den Tod getrieben zu haben. Dabei war es doch Emma, die sich an Saras Freund Dylan rangemacht hat. Ein kleiner Denkzettel über Facebook muss da schon drin sein, finden die Freundinnen. Doch dann verselbstständigen sich die Dinge und plötzlich ist Emma tot...
Ein Roman, der einen so schnell nicht mehr loslässt.

Rezension:

Grossartig. Die Idee ist unheimlich krass und interessant, die Umsetzung ist (zumindest aus meiner Sicht) unglaublich gut gelungen, die Geschichte beinahe unangenehm spannend. Hätte sich dieses Buch nicht so unglaublich differenziert mit der Thematik auseinandergesetzt, wäre es schrecklich gewesen, wären die Charaktere flach oder langweilig, wäre es nicht so realistisch. Aber das alles war nicht der Fall, Maciel hat wirkliche Menschen erschaffen - keine Ideale, keine verschleierten Wunder, echte Menschen, mit Problemen, mit Makeln, mit eigenen Gedanken. Es ist ihr so unglaublich gut gelungen, der Geschichte und den ganzen Charakteren Leben einzuhauchen, dass es wirklich lange Zeit unglaublich mit der Wahrnehmung, den Gefühlen und den Meinungen des Lesers spielt. Es hat lange gedauert, bis ich die ganzen gegensätzlichen Meinungen, die ich zu dem Thema hatte, all den schrecklichen Gefühlen zu einer einzigen Erkenntnis vereinen konnte, eine unglaublich wichtige Erkenntnis, für jeden der sich mit dem Thema Mobbing auseinandersetzt: Es ist nicht schwarz und weiss. Jede Person - ob Opfer oder Mobber - ist ein Mensch mit seinen eigenen Gedanken, Problemen, Gefühlen. Es ist nicht schwarz-weiss. 
Ich könnte wohl stundenlang darüber reden, wie toll dieses Buch ist und in welchen Bereichen und was ich so interessant gefunden habe und was das Buch alles mit mir angestellt hat, aber das wären alles Spoiler. Also lasse ich es hierbei, in der Hoffnung, irgendwann jemanden zu treffen, der es auch kennt, mit dem ich mich dann hierüber austauschen kann.
Schlusswort: Du solltest dieses Buch wirklich lesen. Es ist wichtig, aus so vielen Gründen und es ist grossartig, aus so vielen Perspektiven.

Bewertung:

Surprise, surprise: 5/5 Sternen. Ein neuer Favorit.

Freitag, 26. Februar 2016

Wait for you


Wait for you von Jennifer L. Armentrout

Zusammenfassung:

Avery Morgenstern zieht von Texas nach West Virginia, um auf ein kleines College zu gehen, wo niemand sie kennt. Sie will ein neues Leben beginnen, fern von ihrer schmerzhaften Vergangenheit. Neben neuen Freunden macht sie an ihrem ersten Tag auf dem College auch Bekanntschaft mit dem unverschämt charmanten Cameron, der so gar nicht in ihr neues, ruhiges Leben passt - und keine Gelegenheit auslässt, sie um ein Date zu bitten. Avery erteilt ihm einen Korb nach dem anderen, doch so schnell gibt Cam nicht auf...

Rezension:

Das hier wäre jetzt eigentlich der Punkt, an dem ich mich zuerst einmal rechtfertigen würde, weshalb ich das überhaupt gelesen habe. Aber, ganz ehrlich? Ich weiss es eigentlich nicht genau, manchmal lese sogar ich gerne irgendwelche Romanzen, in der Hoffnung, dass sie diese super niedliche Art von "Fluff" darstellen oder - wenn das nicht/trotzdem/gerade deswegen - die Geschichte einfach so überdreht ist, dass ich mich dabei kaputt lachen kann. Cut me some slack - sogar ich kann Romanzen mögen. Wenn sie denn gut gemacht sind. (Ist diese übrigens nicht - Spoiler für die restliche Rezension. Sorry 'bout that.)
War es denn eines von den beiden Dingen? Nope. Leider wirklich nicht. Die Geschichte war voller Klischees (So sehr, dass ich nicht einmal das Gefühl habe, dass ich irgendetwas spoilern könnte, jeder, der die ersten 50 Seiten liest, weiss schon genau, wie die Geschichte ausgehen wird, dass man es dann tatsächlich liest ist nur der Vollständigkeit halber - ich meine, es gibt nicht einmal eine Art fantastisches Element, welches auch noch irgendwie aufgelöst werden müsste, naja. So ist das halt manchmal.)
Die Kurzfassung ist, aus meiner Sicht also diese: Die Geschichte ist ein einziges, dickes, fettes, langweiliges Klischee (Und das kommt von jemanden, der noch nicht viele Liebesgeschichten gelesen hat, irgendwie spürt man einfach, dass das alles Klischees sind, wenn du verstehst was ich meine? Es fühlt sich alles wirklich generisch an, als sollte mir alles schon vertraut sein). Die Charaktere sind genau das Gleiche, ausnahmslos alle verkörpern irgendein Klischee und dann kommt noch dazu, dass die Nebencharaktere (aka. Averys "Freunde") ab einem gewissen Punkt nicht einmal mehr ein Eigenleben haben, sondern nur noch auftauchen, um dem Leser zu sagen, dass Cam und Avery wirklich ein niedliches Paar sind. Darauf, wie mit Averys Vergangenheit umgegangen wird und wie sie darüber hinwegkommt will ich gar nicht wirklich reden. Ich meine, es ist halt ein einziges Klischee-Buch, was erwartet man da schon gross? Dass man eine tatsächlich gute Charakter-Study geliefert bekommt? Dass das Thema differenziert betrachtet wird? Verarschen kann ich mich selber.

Auf einige Punkte will ich jetzt aber noch weiter eingehen, einfach, weil die mich wirklich genervt haben.

Die Entdeckung des Hugo Cabret


Die Entdeckung des Hugo Cabret von Brian Selznick

Zusammenfassung:

Hugo Cabret, seines Zeichens Waisenjunge, Dieb und Wächter der Uhren, lebt verborgen in den Gemäuern des Pariser Bahnhofs. Niemand weiss von ihm, dem Jungen, der alles im Blick behält und sich doch allen Blicken entzieht. Bis ein kühnes Mädchen und ihr bärbeissiger Grossvater auf ihn aufmerksam werden. Schlagartig ist in Gefahr, was Hugo so sorgsam hütet: seine geheime Existenz - und damit die rätselhafte Zeichnung, das liebevoll aufbewahrten Notizbuch und der mechanische Mann. Jene Dinge, die den Weg zu seinem wohl gehüteten faszinierenden Geheimnis weisen...

Rezension:

Mal wieder ein Kinderbuch. Ich muss zugeben, dass ich zwar eine Schwäche für Kinderbücher habe, allerdings auch ziemlich wählerisch sein kann, was sie angeht. Ich habe oft Probleme mit dem Pacing, weil die Geschichten natürlich so dicht sind, dass alles Schlag auf Schlag geht und manche Autoren machen das so, dass sie die Handlung wirklich an einem Stück ablaufen lassen. Das war hier zum Glück nicht der Fall, es gab immer wieder Stellen, bei denen man weiss, dass eine ganze Zeit vergangen ist - etwas, was ich sehr zu schätzen weiss. Ausserdem sind hier natürlich noch die Bilder ein zusätzlicher Faktor, welche der Geschichte ein angenehmes Tempo geben. Die Bilder sind ausserdem aus anderen Gründen toll - also, weil sie halt wirklich hübsch und atmosphärisch wertvoll sind. Ich fand auch den Wechsel zwischen Bilderzählung und dem "geschriebenen Bericht" sehr interessant.
Die Geschichte an sich ist auch sehr faszinierend - eine Tatsache, die mir schon bekannt war, da ich davor schon den Film gesehen habe (shame on me). Aber natürlich ist der Automat sehr faszinierend, die Auseinandersetzung mit Film toll. Schlussendlich gefällt mir auch die "Moral" des Buches (man sollte es vielleicht nicht als solche Bezeichnen, aber für mich, birgt es eine ziemlich deutliche Nachricht). 
Es ist also eine faszinierende Geschichte, mit atmosphärischen Bildern und hübschen Nachrichten, die an uns appellieren, mehr zu träumen.
Was mir nicht wirklich gefallen hat, war die Charakterentwicklung. Allgemein ist es ein Kinderbuch und da sind die Charaktere natürlich ziemlich geradlinig, das will ich ihm nicht unnötig fest vorhalten, auch wenn es natürlich ein Dämpfer für mich ist. Aber besonders von Hugo hätte ich gerne etwas mehr "Wandlung" gesehen. Die Geschichte mit seinem toten Vater wird irgendwann irgendwie einfach vergessen - zumindest hat es sich so angefühlt. So war dann das ganze Ende - ohne die Verarbeitung seiner Probleme oder zumindest etwas Ähnlichem, ziemlich antiklimaktisch.
Alles in allem also ein gutes Buch, besonders ein gutes Kinderbuch, aber die Faszination der Geschichte überträgt sich leider nicht auf die Charaktere.

Bewertung:

Falls man sich das nicht schon denken konnte: 3.5/5 Sternen. Hübsch, faszinierend, teilweise ein wenig magisch, aber leider nicht mehr.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Die Erwählte (Throne of Glass #1)


Die Erwählte (Throne of Glass #1) von Sarah J. Maas

Zusammenfassung:

Celaena Sardothien ist jung, schön und zum Tode verurteilt. Doch dann taucht Chaol Westfall, Captain der Leibgarde, auf und bietet ihr eine einige Chance zum Überleben. Kronprinz Dorian hat sie dazu auserlesen einen tödlichen Wettkampf zu bestreiten: Wenn es ihr gelingt, für ihn 23 kampferprobte Männer zu besiegen, wird sie ihre Freiheit wiedererlangen. Beim gemeinsamen Training mit Captain Westfall findet sie immer mehr Gefallen an dem jungen, geheimnisvollen Mann. Und auch der Kronprinz lässt sie nicht kalt. Zeit, über ihre Gefühle nachzudenken, bleibt ihr allerdings nicht. Denn etwas abgrundtief Böses lauert im Dunkeln des Schlosses - und es ist da, um zu töten.

Rezension:

Das Buch gehört für mich zu der Kategorie "unterhaltend - aber nicht wirklich gut". Es gibt einige Dinge, die es gut macht, einige Dinge, die es nicht so gut macht, einige Dinge, die mich persönlich stören und einige Dinge die mich ziemlich nerven. Aber ich konnte es gut lesen (in einem Rutsch, um genau zu sein - abgesehen von den kurzen Unterbrechungen in denn ich mir genervt die Hand an den Kopf respektive meinen Kopf gegen die Wand geschlagen habe), es ist angenehm geschrieben, immer passiert irgendetwas (auch, wenn ich teilweise gerne mehr über Themen erfahren hätte, die einfach übergangen wurden - looking at you, Turnier) und die Charaktere (wenn teilweise auch ein wenig nervig) sind auf einem Niveau, dass sich immer gut ertragen lässt (auch, wenn ich einige von ihnen wirklich nicht sonderlich gut finde/viel zu schnell durchschaut habe oder ähnliche Makel aufweisen). 
Ich habe dieses Buch primär gelesen, weil ich den Hype darum mitbekommen habe (ich beeinflussbares Ding). Vielleicht hätte ich das nicht gemacht, hätte ich vorher mehr über das Buch gewusst als "krasse Assassinin macht Zeug". Aber, schlussendlich, bereue ich es nicht, dass ich es doch gelesen habe. Wie gesagt, es ist nicht sonderlich toll, aber immerhin unterhaltend. Finde ich allerdings, dass das Buch den Hype verdient hat? Nicht wirklich. Vielleicht sind ja die folgenden Teile besser. Kurzgesagt: Es hat mich genug unterhalten, dass ich mir sicher noch den nächsten Teil durchlesen werde.

Mittwoch, 17. Februar 2016

7 Minuten nach Mitternacht


7 Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness - Nach einer Idee von Siobhan Dowd

Zusammenfassung:

Das Monster erscheint sieben Minuten nach Mitternacht. Aber es ist nicht das Monster, das Conor fürchtet. Was er eigentlich fürchtet ist jener monströse Albtraum, der ihn jede Nacht quält, seit seine Mutter ihre Behandlung begann. Dieser Traum, in dessen Herzen tiefstes Dunkel herrscht und wo im Abgrund ein Albtraumwesen lauert, bis dann ein Schrei die Nacht zerreisst...
Das Monster aber, das scheinbar im Garten hinter Conors Haus lebt, verkörpert etwas völlig anderes. Es ist uralt, wild und weise - es ist das Leben selbst. Und es ist gekommen um Conor zu helfen. Doch auf welchen Weg Conor sich mit seinem gigantischen Freund begeben wird, ahnt er nicht. Er wird ihn hinab in die tiefsten Tiefen seiner Seele führen, er wird ihn in seinen Albtraum begleiten und dann wird er ihm das Gefährlichste überhaupt abverlangen: die ganze Wahrheit. Denn nur wenn Conor sich dieser stellt, wird er das wahre Wesen des Lebens erkennen...

Rezension:

In meinem Kopf ist diese Geschichte in Zwei geteilt: Die ersten ~100 Seiten & die restlichen ~110 Seiten. Die erste Hälfte war recht ermüdend, aus meiner Sicht langweilig geschrieben, es hat sich angefühlt, als würde man einfach nicht zum Punkt kommen, das ständige Albtraum-Gerede ist mir auf den Geist gegangen, Conor ist mir auf den Geist gegangen (vor allem anfangs mit seinem "ich bin schon ein grosser 13-Jähriger!"-Getue - irgendwie nervt mich das in Bücher so ziemlich immer), das Monster schien auch keinen Zweck zu haben und so wirkte der Teil einfach ein wenig... lahm. (Abgesehen von den Illustrationen, natürlich - die sind wirklich unglaublich schön.) 
Der Umschwung kam, kurz nachdem Conors Vater in der Geschichte auftaucht - kurz danach hat mich die Geschichte gepackt und eingewickelt, bis sich ihre Schlingen am Ende zusammengezogen haben. Dieser ganze Konflikt zwischen Schuld und Trauer kam mir dann auch wieder so bekannt vor (also, bekannt nicht im Sinne von "das hat man schon tausend mal gelesen", sonder so "das hat man schon selber mal erlebt und es fühlt sich so echt an"), dass es mir einfach (mal wieder - das passiert echt oft in letzter Zeit) das Herzchen gebrochen hat (das Arme). Ich glaube, die Stärke im Buch liegt wirklich in der Konfrontation mit sich selbst, die in der zweiten Hälfte erst wirklich langsam an Fahrt aufnimmt. Im Nachhinein finde ich es wirklich schade, dass ich mit der ersten Hälfte nur so wenig anfangen konnte.

Bewertung:

Wie bewertet man ein Buch, dass man zur Hälfte langweilig und dann plötzlich sehr toll fand? Ich weiss nicht, ob es darauf eine gute Antwort gibt, aber ich glaube, ich werde mich einfach an 4/5 Sterne halten.

Samstag, 13. Februar 2016

Die Selbstmord-Schwestern



Die Selbstmord-Schwestern von Jeffrey Eugenides

Zusammenfassung:

Im Vorstadthaus der Familie Lisbon leben fünf schöne Töchter: die gescheite Therese, die pingelige Mary, die asketische Bonnie, die scharfe Lux und die blasse, lammfromme Cecilia. Als sich die jüngste von ihnen aus dem Fenster stürzt, beginnt das „Jahr der Selbstmorde“, das alle Beteiligten und Beobachter für immer verändern wird. Schaurig-ironisch und zärtlich zugleich zeichnet der Pulitzer-Preisträger das Porträt einer Jugend, die ihre Unschuld verloren hat.

Rezension:

Um mich mal eben ganz kurz zu fassen: Die Selbstmord-Schwestern ist ein grossartiges Buch. Es hat genau das gemacht, was es machen sollte, die Geschichte wird auf so tolle Art erzählt, mit einer unglaublich fesselnden Atmosphäre, einer Erzählerperspektive, welche die Geschichte einfach in ein überwältigendes Licht taucht.
Es hat keine 50 Seiten gebraucht, bis ich das Buch geliebt habe (eigentlich hat mich das erste Kapitel schon restlos überzeugt) und danach wurde es einfach immer besser. Ich kann es wirklich, wirklich, wirklich nur empfehlen. Ja, die Handlung ist, im groben und ganzen, "schlicht" und ja, man fühlt sich wirklich ein wenig, als würde man die Einleitung in eine längere Geschichte lesen, und ja, auf sehr direkte Art betrachtet stimmt der Titel nicht so ganz (Nur, um diejenigen Kritikpunkte aufzulisten, die ich bezüglich dieses Buches gerade noch im Kopf habe - ich bin immer neugierig, was Schlechtes über Bücher gesagt wird, bzw. werden kann - Schuldig im Sinne der Anklage oder so.). Aber all das sind Punkte, die, so wie ich das sehe, das Buch erst so grossartig machen oder ("der Titel stimmt nicht") schlichtweg ein wenig dumm/engstirnig sind (Ich meine - ich bitte dich - jeder sollte doch mit dem Konzept vertraut sein, dass es verschiedene Arten der Unschuld gibt und in diesem Buch verliert ziemlich viel Unschuld sein Leben und das aus eigener Hand.). 

Dienstag, 9. Februar 2016

Der Weg in die Schatten (Night Angel #1)


Der Weg in die Schatten (Night Angel #1) von Brent Weeks

Zusammenfassung:

In den Schatten wirst du deine Seele verlieren.
Durzo Blint ist ein gefährlicher Mann, ein unübertroffener Meister in der Kunst des Tötens. Doch für den Gassenjungen Azoth ist der gefürchtete Meuchelmörder die einzige Chance, am Leben zu bleiben – denn der allgegenwärtige Hunger und die Schrecken der Straße würden für Azoth über kurz oder lang den sicheren Tod bedeuten. Doch Durzo Blint ist in der Auswahl seiner Lehrlinge äußerst wählerisch – und es ist gut möglich, dass der Weg in die Schatten einen weit höheren Preis fordert, als Azoth es sich je vorstellen konnte…

Rezension:

(Kurze Anmerkung, bevor ich hier loslege: Ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen, es könnte also gut sein, dass ich Namen oder Ähnliches erwähne, welche in der übersetzten Ausgabe ganz anders sind. Tut mir also Leid, sollte das verwirrend sein.)

Brent Weeks wurde mir vor ein paar Jahren empfohlen. Es war eine sehr hübsche Szene, wir sasses zusammen auf einer riesigen Wiese, nach dem Sport, und haben über Bücher geredet. Er hat gar nicht mehr aufgehört über Brent Weeks zu schwärmen, ich habe meine eigenen Kommentare immer mehr eingedämmt und ihn einfach erzählen lassen, ich mag es, wenn Leute mir einfach erzählen und ich einfach nur zuhören kann. Er hat mir eine ganze Trilogie erklärt (ich dachte, es wäre diese, bin mir jetzt aber nicht mehr sicher - wie gesagt, es ist schon einige Jahre her), oder zumindest so viel einer so grossen Geschichte, wie sich in ein paar wenige Stunden packen lässt. Ich habe ihm sehr aufmerksam zugehört, so wie ich es immer tue, wenn man mir von Büchern erzählt, und mir wurde klar: Das wird ein Buch, dass ich zwar mögen werde, aber nicht so sehr wie er. Es wird ein Buch, dass ich gut finden werde, aber nicht lieben werde, nicht einmal grossartig finden. Gut, wirklich gut, manchmal, aber mehr nicht. Und diese (vielleicht voreilige - aber ich kenne mich manchmal einfach irgendwie gut) Vermutung hat sich bestätigt. Sicher, es ist ein gutes Buch, aber es gibt auch einiges, das mich daran gehindert hat, dieses Buch als mehr als das anzusehen.
Dabei muss gesagt werden, dass das Buch keine wirklichen "Schwächen" als solche hat, sondern eher Dinge, die "nicht so toll" sind, allerdings gibt es aber auch kaum Dinge, die positiv hervorstechen. Das sorgt dafür, dass man mit Der Weg in die Schatten (oder The Way of Shadows wie es gerade neben mir lieg) ein Buch in den Händen hält, das den Leser leichtfüssig über die Geschichte führt. Soll heissen: Es lässt sich sehr leicht lesen, man ist zwar gefesselt von der Geschichte, aber nur so sehr, dass das Lesen zwar sehr angenehm ist, man das Buch dann auch wieder gut zur Seite legen kann.

Samstag, 6. Februar 2016

In My Darkest Hours


In My Darkest Hours von Eva Lucia

Zusammenfassung:

"What happens when the light suddenly disappears and it’s only the darkness that remains?”
In my darkest hours is the first collection of poetry published by the Danish writer and singer songwriter, Eva Lucia. 
The collection of poetry consists of twenty-four poems that deal with human loss, love and frustration. 
It specifically focuses on the contrast between darkness and light that often manifests itself in the human-mind during a time of psychological struggle. 
This literary piece leaves the reader enthralled and in search of the indefinable.

Rezension:

Gedichte sind immer schwer. Schwer zu schreiben, schwer zu mögen, schwer zu erklären. Das liegt daran, dass sie oft einfach sehr subjektiv aufgenommen werden. (Also noch stärker als ohnehin schon alles subjektiv aufgenommen wird. Urgh. Siehst du? Hier fängt es schon an - nichts kann man anständig erklären!) Es gibt einige wenige Gedichte, bei denen das weniger ist ("This Is Just To Say" von William Carlos Williams gehört dazu, aber auch das wird oft mit gemischten Reaktionen begrüsst. "Darum geht es bei Gedichten nicht.", "Ich finde es einfach nicht lustig.", "Zum Schiessen!", "Das ist ein so schöner Umgang mit Sprache" sind nur einige der wenigen spontan erfundenen Formulierungen zu gleich wenigen realen Beschreibungen, die ich schon dazu gehört habe.) und welche bei denen das sehr extrem ist. Besonders, weil Gedichte, wie soll ich sagen? Sehr fest auf ihre zugrunde liegenden Gefühle reduziert werden. Das kann entweder sehr effektiv sein oder gar nicht funktionieren.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Nefertiti's Heart


Nefertiti's Heart von A. W. Exley


Zusammenfassung:


Cara Devon has always suffered curiosity and impetuousness, but tangling with a serial killer might cure that. Permanently.
1861. Cara has a simple mission in London – finalise her father’s estate and sell off his damned collection of priceless artifacts. Her plan goes awry when a killer stalks the nobility, searching for an ancient Egyptian relic rumoured to hold the key to immortality.
Nathaniel Trent, known as the villainous viscount, is relentless in his desire to lay his hands on both Cara and the priceless artifacts. His icy exterior and fiery touch stirs Cara’s demons, or could he lay them to rest?
Self-preservation fuels Cara’s search for the gem known as Nefertiti’s Heart. In a society where everyone wears a mask to hide their true intent, she needs to figure out who to trust, before she sacrifices her own heart and life.

Rezension:

Vorweg muss gesagt werden, dass man dieses Buch ganz simpel als "schlecht" zusammenfassen könnte. (Ach ja; und dass diese Rezension vielleicht sowieso irrelevant für dich sein könnte, wenn du keine Bücher auf Englisch liest. Wie du es vielleicht schon von der Zusammenfassung herleiten konntest, ist mir nicht bekannt, dass es auch eine deutsche Ausgabe hiervon gibt.)

Wenn du nur ein wenig mehr darüber wissen willst, was an dem Buch tatsächlich schlecht ist, so hier eine kurze Zusammenfassung:
  • Die Charaktere:
Sie sind unausgereift, unausgearbeitet, oberflächlich, unglaubwürdig.
  • Die zwischenmenschlichen Beziehungen:
Es gibt dieses Ding, das "insta-love" genannt wird. Hier ist es weniger ein "insta-love" als ein "insta-attraction" gefolgt von einem "innerhalb-einer-Woche-love"-Dingenskirchen. Und das auch nur sehr schlecht ausgearbeitet. Selbst bei freundschaftlichen Beziehungen versteht man nicht, weshalb diese überhaupt existieren.
  • Der Plot:
Der Plot ist spannungslos und antiklimaktisch (übrigens eines meiner Lieblingswörter), also einfach ziemlich lauwarm.
  • Für diejenigen, die auf das Steampunk-Element abfahren:
Jaaa... Vergesst es. Es wird zwar ab und zu erwähnt und man kapiert, dass es Steampunk ist, aber es wird weder damit gespielt, hübsch beschrieben, noch passiert sonst irgendetwas damit. 

Damit wäre wohl das wichtigste zusammengefasst. Jetzt kommt der Plottwist! Ich hatte Spass an dem Buch.
Jop.
Genau.
Ich hatte Spass daran. Ich musste ab und zu ein wenig kichern, hätte mir ab und zu gerne den Kopf gegen das nächstbeste, harte Objekt gehauen und habe schlussendlich das Buch in nur wenigen Zügen verschlungen. (Was auch nicht sonderlich schwer ist - es ist kein sonderlich langes Buch.)

Aber Ima, wenn es doch offensichtlich ein schlechtes Buch ist, wieso hattest du Spass daran? Wieso hast du es fertig gelesen? Das ist doch dumm!
Exakt! Es ist dumm. Und in seiner Dummheit liegt eine gewisse Form von Spass. Ich habe das bei einigen Büchern, dass ich sie objektive als schlecht betrachte, aber subjektiv trotzdem gut finde und Spass daran habe, darüber lache, es ist als ob ich Comedy lesen würde, die eigentlich nicht als Comedy gedacht war. Die Frage "Wieso hast du es fertig gelesen?" sollte man mir allerdings sowieso nicht stellen. Ich lese beinahe jedes Buch fertig. Es gab bisher nur seehr wenige Bücher, die ich nicht fertig gelesen habe und bei denen ich keine Ambitionen habe, sie fertig zu lesen (ich kämpfe z.B. schon seit Jahren mit "Pride & Prejudice", weil ich das, obwohl ich es schrecklich finde, durch haben will), also ist das eine hypothetische Frage, auf die ich nur mit einem hypothetischen, schwachen Grinsen antworten kann.
Um genauer zu erklären, weshalb ich das Buch lustig fand, muss ich allerdings ein wenig weiter ins Detail gehen.