Freitag, 29. April 2016

Die Welt von Gestern: Erinnerungen eines Europäers


Die Welt von Gestern: Erinnerungen eines Europäers von Stefan Zweig

Zusammenfassung:

Es ist 1942: Der Österreicher Stefan Zweig sieht seine kulturelle Heimat Europa durch zwei Weltkriege zerstört. In seinen Schriften reist er hier zurück in die erste Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts. Es sind Aufzeichnungen über Europa im Glanz und Niedergang und Zweigs letzte Notizen, bevor er sich im selben Jahr im Exil das Leben nimmt.

Rezension:

Stefan Zweig verstand es, Schönheit einzufangen. In diesem Fall die Schönheit Europas (bevor diese dem Krieg, bzw. den Kriegen anheim fiel). Dabei hält er selbst in der Geschichte eine überaus interessante Position inne. Obwohl er nämlich Erzähler ist und er davon erzählt, wie er die Schönheit wahr genommen hat, ist er als Charakter selbst recht unbedeutend. Man erfährt zwar davon, welche Künstler (und sonstige wichtige Leute - es sind primär Künstler) er getroffen und bewundert hat, welche Städte er besucht und geliebt hat (ich hatte noch nie Lust, Paris zu sehen, bis er davon geschwärmt hat), aber doch wird von ihm selbst, also seinem "konkreten Leben" nur wenig erzählt (abgesehen von seinen Erfolgen, dem "Theaterfluch" und sonstigen Veröffentlichungen). Das ist, in diesem Fall, erwähnenswert, weil das bewirkt, dass man sich vollkommen ihn in hineindenken/-leben kann, also die Welt durch seine Augen sieht, ohne durch äusserliche Kleinigkeiten abgehalten zu werden. Das führt, wie schon angedeutet, dazu, dass seinen Schilderungen etwas sehr verzauberndes innewohnt, dass man den Glanz dieser verlorenen Welt förmlich auf seiner Haut prickeln spürt. Und dann, sobald man den Krieg kommen sieht, immer unruhiger wird. 
Es ist besonders schrecklich, die Geschichte der Kriege ausgerechnet aus Stefan Zweigs Sicht erzählt zu bekommen. Einerseits, weil man sich eben durch seine Augen so von dem Europa vor dem Krieg betören lassen kann, andererseits aber auch, weil er selbst ein so weltoffener Mensch war. Er hatte so viele internationale Beziehungen, Freunde überall in Europa, führ ihn gab es immer nur diese "Internationalität". Da ist die Zerrüttung der Beziehung zwischen all den Ländern, die er geliebt hat, und dadurch auch all den Völkern, die er geliebt hat, und teilweise auch mit den Menschen, die er geliebt hat, irgendwie unfassbar mitanzusehen.
Je weiter die Erzählung voranschreitet, desto mehr spürt man, wie unwirklich das alles, die ganze Situation, zu sein schien. So unwirklich in seinem Schrecken. Als würde man selbst in seligen Erinnerungen schwelgen, sich danach zurücksehnen, als würde man die Risse der momentanen Welt einfach mit Erinnerung an die Schönheit von Früher überdecken. Was vermutlich genau das war, was Zweig versucht hat.

Bewertung:

Ist mal wieder eine schwere Entscheidung, aber ich glaube mit 4/5 Sternen bin ich gut beraten.

Montag, 25. April 2016

Warten auf Godot / Endspiel / Glückliche Tage


Warten auf Godot / Endspiel / Glückliche Tage von Samuel Beckett

Zusammenfassung:

Warten auf Godot:

Irgendwo an einer Landstrasse warten die Protagonisten Estragon und Wladimir auf einen Unbekannten namens Godot. An den Grund der Verabredung erinnern sie sich nicht; sie wissen auch nicht, ob und wann Godot kommen wird. Beide Akte umfassen einen Tag in einer nicht bestimmbaren Zeit.

Endspiel:

Das Drama in einem Akt spielt in einem leeren und düsteren Raum - lediglich zwei kleine Fenster eröffnen weit oben im Hintergrund den Blick nach draussen. Im Raum befindet sich der blinde und gelähmte Hamm, welcher immerzu in einem Sessel sitzt. Neben ihm steht auf steifen Beinen sein Diener, Clov. Hamms Eltern, Nagg und Nell, sind beinlos und vegetieren in zwei Mülltonnen dahin. Die Welt ausserhalb des Raumes ist offenbar tot.

Glückliche Tage:

Eine weite, versengte Grasebene, eine Frau, ab der Taille versunken, bewegungsunfähig, die tiefer und tiefer rutscht. In ihrer Nähe ihr Mann, ein schwerhöriger, schläfriger, wortkarger Vierbeiner, der sich nur kriechend fortbewegen kann. 

Rezension:

Warten auf Godot:

Schon auf der ersten Seite war es leider nur allzu klar, dass Warten auf Godot genau meinem Geschmack entsprechen sollte. Die Absurdität, der Witz, der Aufbau an sich, das Setting, das alles sind eigentlich Dinge, die ich sonst unendlich schätze und doch hat es hier einfach nicht funktioniert. Ich habe gelesen und gelesen und nur darauf gewartet, dass es endlich *Klick* macht und ich die Geschichte so gern habe, wie ich sie "haben sollte". Das ist allerdings nicht passiert (obwohl ich das Stück doch immer besser fand, je länger ich gelesen habe), die Atomsphäre hat einfach nicht  für mich funktioniert, weshalb ich fürchterlich enttäuscht war, wofür ich allerdings auch keinen richtigen Grund erkennen kann. Tatsächlich habe ich ständig Stellen erkannt, von denen ich mir dachte, dass ich sie eigentlich unglaublich toll finden sollte, aber irgendwie blieb es bei einer objektiven Beobachten und die korrespondierenden Gefühle blieben aus. Vielleicht muss ich es einfach ein anderes Mal nochmal lesen und dann kommt das, oder so. Aber von meinem jetzigen Standpunkt kann ich nur sagen: Ein Stück, welches sehr gut ist, nur leider nicht für mich funktioniert hat.

Endspiel:

Endspiel hat mir besser gefallen! Zwar auch nicht so gut wie ich es finden sollte (glaube ich - ist echt doof sich zu sagen "das müsstest du besser finden", aber ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass ich das "eigentlich müsste"), die Atmosphäre hätte mich sicher umhauen können und einige der Aussagen haben mich auch so kurz stocken lassen. Doch, wie schon bei Warten auf Godot, hat es einfach nicht richtig auf mich gewirkt, nicht so, wie es das sollte. Trotzdem sehr empfehlenswert, ob die Geschichte funktioniert oder nicht.

Glückliche Tage:

Zu meiner grossen Erleichterung hat Glückliche Tage tatsächlich auch auf mich gewirkt und ich fand es grossartig. Der Kontrast zwischen Winnie und ihrer Lage war irgendwie unheimlich beengend und sich das ständig vorstellen zu müssen, wie man da feststeckt, war einfach unangenehm (die richtige Art von unangenehm). Das es dann auch recht anstrengend ist, ihren ununterbrochenen Monolog zu lesen, gibt zusätzlich noch das Gefühl, dass Willie wohl haben muss, wenn er daliegt und sie hört, wobei ich allerdings auch viel Sympathie für Winnie empfunden habe (was Willie wohl auch hat) hat zusätzlich auch zur Atmosphäre beigetragen.

Bewertung:

Schweren Herzens lege ich mich auf 3.5/5 Sterne fest, sicher, dass die Stücke mehr verdient hätten.

Sonntag, 24. April 2016

Das Zeichen der Vier (Sherlock Holmes #2)


Das Zeichen der Vier (Sherlock Holmes #2) von Sir Arthur Conan Doyle

Zusammenfassung:

Endlich ein neuer Fall für Sherlock Holmes! Sieben Jahre sind seit seinem Zusammentreffen mit Dr. Watson und ihrem ersten gemeinsamen Fall vergangen. In dieser Zeit schienen die Verbrechen zu pausieren. Doch nun erreicht Holmes das verzweifelte Hilfegesucht einer jungen Frau, und Watson knüpft amouröse Bande...

Rezension:

Ehrlich gesagt, habe ich zu diesem Buch eigentlich nicht sonderlich viel zu sagen. Es ist das gleiche Prinzip wie bei der ersten Geschichte: Alles passiert recht schnell, es wird nicht langweilig, keine Zeit wird verschwendet, Holmes ist clever. Die einzigen Dinge die neu sind, sind folgende: Holmes ist Kokainsüchtig und Watson ein Insta-love-Typ. Obgleich ersteres für meinen Geschmack ein wenig zu brüsk eingeführt wurde und ich zuerst dachte, dass das eine merkwürdige Art von Experiment/Streich/was-weiss-ich-was sei, so fand ich Zweiteres doch sehr amüsant. Watson wirkt einfach irgendwie zu seriös, als dass ich seine plötzliche Gefühlsaufwallung wirklich ernst nehmen kann (und Holmes Reaktion darauf ist auch recht amüsant). Es bleibt also weiterhin eine ziemlich ausgeglichene Geschichte.

Bewertung:

Eeehhh... Ich sage es nur ungern, aber ich glaube, ich bleibe bei 3/5 Sternen.

Freitag, 22. April 2016

Wie Blut so rot (The Lunar Chronicles #2)


Wie Blut so rot (The Lunar Chronicles #2) von Marissa Meyer

Zusammenfassung:

Zwei ganze Wochen ist Scarlets Grossmutter nun schon verschwunden. Entführt? Tot? Die Leute im Dorf sagen, sie sei sicher abgehauen. Sie sei ja sowieso verrückt. Aber für Scarlet ist Grand-mère alles - von ihr hat sie gelernt, wie man ein Raumschiff fliegt, Bio-Tomaten anbaut und seinen Willen durchsetzt. Dann trifft Scarlet einen mysteriösen Strassenkämpfer - Wolf. Er fasziniert sie; doch kann sie ihm trauen? Immerhin: Die reisserischen Berichte über Cinder und das Attentat auf Prinz Kai hält Wolf ebenso wie sie für Quatsch. Aber irgendein Geheimnis verbirgt der Fremde...

Rezension:

Tatsächlich hat sich die Geschichte mit dem zweiten Buch, meiner Meinung nach, enorm verbessert. Das lag zwar zum einen daran, dass ich meine Erwartungen ein wenig runtergeschraubt habe, andererseits aber auch daran, dass die ganzen Elemente, welche im ersten Teil "etabliert" wurden, jetzt Elemente sind, die halt als Tatsache zählen. Es wird natürlicher mit ihnen umgegangen und das ist ziemlich genau das, was ich von einer Geschichte will (nicht, dass es übermässig gut gemacht ist, es gibt immer noch einige Schwachstellen, aber wenigstens ist es mir nicht mehr so negativ aufgefallen). Ausserdem passiert allgemein mehr in der Geschichte, wodurch sie ziemlich unterhaltend wird, tatsächlich genug unterhaltend, dass ich das Buch in einem Zug gelesen habe (vielleicht hätte ich das allerdings auch so - ich habe momentan so viel Zeit zum lesen! *Schwärm* Und so viele Bücher noch dazu! *Doppelschwärm*). Die Charaktere sind... naja, also immer noch ziemlich durchwachsen. Ich kapiere immer noch nicht, wie das zwischen Cinder und Kai genau zu Stande gekommen ist (ich meine, im ersten Teil haben sie sich, was, fünf Mal unterhalten oder so?), Scarlet wirkt ziemlich künstlich (sie ist halt irgendwie jähzornig, aber es wirkt teilweise so gezwungen, irgendwie) aber besser als mir Cinder am Anfang erschienen ist, Thorne ist sogar ziemlich unterhaltend, und Wolf wirkt zwar arg wie eine leere Hülle, aber im Nachhinein könnte das ja auch genau so gut Absicht gewesen sein. Ausserdem! - und das ist mir unheimlich positiv aufgefallen - konnte ich die Geschichte nicht durchschauen! :D Im ersten Teil hat mich nach 50 Seiten absolut nichts mehr überrascht, aber hier gab es tatsächlich ein paar "Enthüllungen" die ich nicht habe kommen sehen. Sehr gut gemacht, Meyer *pat-pat-pat*. Allgemein könnte man also sagen, dass Meyer ziemlich viel aus dem ersten Band gelernt hat, die Lernkurve geht stark bergauf! Jetzt freue ich mich sogar auf den nächsten Band! Wie schön!
(Randbemerkung: Es tut mir allerdings ziemlich leid für Wolf. Ich weiss nicht wie es genau dazu kam, aber irgendwie hat mir mein Gehirn einen ziemlichen Streich gespielt und mittlerweile kann ich Wolf einfach nicht mehr als "Wolf" lesen, sondern nur noch als "Rolf" - vor allem in Szenen mir Ran, da haben sich die Buchstaben einfach vor meinen Augen vertauscht und Wolf hiess nur noch Rolf. Tatsächlich ist es so schlimm, dass ich mich zusammenreissen muss, um ihn hier nicht Rolf zu nennen. Ich wünschte mir einfach, dass sie ihn bei seinem echten Namen nennen würden und ihm nicht die ganze Zeit "Wolf" sagen würden, weil ich ein übertrieben krasses, animalisches, sexy Liebesinteresse mit dem Namen "Rolf" einfach nicht ernst nehmen kann. Urgh.)

Bewertung:

Sehr überraschte 3.5/5 Sternen.

Donnerstag, 21. April 2016

Eine Studie in Scharlachrot (Sherlock Holmes #1)


Eine Studie in Scharlachrot (Sherlock Holmes #1) von Sir Arthur Conan Doyle

Zusammenfassung:

Eine Studie in Scharlachrot erzählt von der ersten Begegnung zwischen Sherlock Holmes und Dr. Watson sowie ihrem ersten gemeinsamen Fall. Auf der Suche nach einer Unterkunft in London trifft Dr. Watson den "Beratenden Detektiv" Sherlock Holmes, und sie beziehen gemeinsam eine Wohnung. Holmes exzentrische Art und seine geheimnisvolle Tätigkeit wecken Watsons Neugier. Kein Wunder also, dass er seinen neuen Freund bei dessen nächsten Auftrag begleitet: In einem verlassenen Haus wurde die unversehrte Leiche eines Amerikaners gefunden. An der Wand des Zimmer steht, mit Blut geschrieben, das deutsche Wort "Rache". Trotz vieler Ungereimtheiten kommt Sherlock Holmes dem Mörder schon bald auf die Spur...

Rezension:

Ich habe in den letzten Jahren schon mehrmals verschiedene Ausgaben von "gesammelte Werke"-Bücher über Sherlock Holmes in den Händen gehalten, bin aber nie dazu gekommen, sie zu lesen. Jetzt habe ich endlich eines zu Hause und kann mich daran machen, die Geschichten nach und nach zu lesen. Hiermit starte ich also: Eine Studie in Scharlachrot. Und ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden. Sir Arthur Conan Doyle verschwendet keine Zeit, es geht sofort zur Sache, selbst das kennenlernen zwischen Holmes und Watson hat sich (verhältnismässig) unglaublich schnell erledigt, der Auftrag selbst war so schnell erledigt, dass ich absolut keine Zeit hatte, mir grossartig selber Gedanken darüber machen zu können, wer dahinter stecken könnte (nicht, dass ich eine Chance gehabt hätte) und dann war es, leider, auch schon wieder vorbei. Das erwähne ich jetzt aus zwei Gründen: 1. Eine solche Geschwindigkeit ist für etwas ältere Bücher recht unüblich, man kennt es aus vielen Klassikern: Sie lassen sich oft Zeit, es wird viel Wert auf Interaktionen zwischen Menschen gelegt und man kommt nur langsam zu den "spannenden Stellen" (ein Grund, weshalb, in meiner Erfahrung, viele "Kinder" ihre Mühe mit Schulbüchern haben). Hier ist das aber anders, man kann beruhigt sein (oder so). 2. Die Seiten des Buches, welches ich hier habe, sind ziemlich gross und ziemlich dicht bedruckt. Wenn, unter diesen Bedingungen, das Tempo einer Geschichte nicht stimmt, kann ich ziemliche Schwierigkeiten haben, in einem Buch zu lesen. Ja, ich weiss, das ist recht irrational, aber irgendwie entmutigt mich das dann immer. Auf jeden Fall bin ich, persönlich froh, dass das für Sherlock Holmes nicht der Fall ist. *Phew*

Bewertung:

4/5 Sternen. Wir wollen hier ja schnell zum Punkt kommen.

Mittwoch, 20. April 2016

Gebrauchsanweisung für Amerika


Gebrauchsanweisung für Amerika von Paul Watzlawick

Zusammenfassung:

Nehmen Sie nie, wirklich nie, die Hand aus der Hosentasche. Allenfalls zurBegrüssung. Rechnen Sie damit, sowohl von links als von rechts überholt zu werden. Denken Sie bei Verabredungen stets daran, auf das "a.m." oder "p.m." zu achten. Vergessen Sie bloss Ihre Kreditkarte nicht. Seien Sie überhaupt kreditwürdig! Drehen Sie immer die Heizung auf volle Pulle und schalten Sie gleichzeitig die Klimaanlage ein. Üben Sie buchstabieren. Achten Sie sich mit Yards, Zoll und Feet vertraut. Fragen Sie keinesfalls nach dem Klo - ein Amerikaner geht höchstens mal "to the bathroom". Seien Sie auch sonst auf einige Tabus gefasst. Und vertrauen Sie blind Paul Watzlawicks Anleitung, die uns Amerika seit 30 Jahren unvergleichlich nahebringt.

Rezension:

Das ist diesen Monat schon das zweite Buch von Paul Watzlawick, dass ich gelesen habe. Leider hat es mir, im Gegensatz zu Anleitung zum Unglücklichsein, nur wenig gefallen. Watzlawicks Schreibstil ist zwar der Gleiche, allerdings ist der Humor in diesem Buch einfach irgendwie an mir vorbei gerauscht. Abgesehen von ein paar Stellen am Anfang, konnte mich nichts wirklich amüsieren. Und irgendwann ist es in die gleiche, irgendwie repetitive Art verfallen, wie ich sie schon bezüglich Der betörende Glanz der Dummheit empfunden habe. Zum Glück ist es kein langes Buch, um genau zu sein kommt es einem Nachmittagsspaziergang mit einer Person gleich, welche einem irgendwie egal ist, die aber labert ohne Ende. Irgendwann lässt man seine Aufmerksamkeit schweifen, denkt an dieses und jenes und bekommt nur noch oberflächlich mit, was einem eigentlich erzählt wird, während man aber trotzdem noch hie und da ein paar Laute von sich gibt, um dem Gegenüber zu zeigen, dass man ihm doch zuhört. Wäre das Buch länger gewesen, hätte ich es sicher abgebrochen, aber auf einen solchen Nachmittagsspaziergang kann ich mich gut einlassen. 

Bewertung:

Enttäuschte 2/5 Sternen, wenn auch eher schwereren Herzens (in Gedenken an Anleitung zum Unglücklichsein oder so).

Equals


Equals von Eva Lucia

Zusammenfassung:

Art inspires art.
Art creates art.
Twenty-eight female artists.
Twenty-eight poems created.
One prism with light spreading in all directions.

Rezension:

Deutsch:

Wie man es vielleicht, vielleicht auch nicht, weiss: Ich bin ein grosser Fan von In My Darkest Hours, Eva Lucias erstem Buch. Weshalb ich, logischerweise, auch sehr aufgeregt war, als ich gesehen habe, dass ihr nächste Buch auch schon unterwegs ist. Leider war ich, seit ich In My Darkest Hours gelesen habe, nicht wirklich in Gedicht-Stimmung. Zumindest nicht bis heute morgen, weshalb ich natürlich sofort zu lesen begonnen habe. Wie ich hier erkläre ist es für mich allerdings sehr schwer, Gedichte richtig zu bewerten, geschweige denn selbst ganz zu verstehen, weshalb ich manche Gedichte mag und andere nicht. Um es kurz zu machen: Es ist einfach ein so persönliches Gefühle-Dingenskirchen, dass ich mir das oft selbst nicht wirklich erklären kann. Ich kann mir (geschweige denn dir) zum Beispiel nicht erklären, weshalb ich Equals nicht so sehr mochte wie In My Darkest Hours. Natürlich gab es immer noch einige Passagen, die mich gleich "berührt" haben, wie die letzte Gedichtesammlung
There’s not even a sky to be star-crossed under
aber im Grossen und Ganzen hat es leider nicht für mich funktioniert, hat sich manchmal beinahe repetitiv angefühlt, was ich ziemlich traurig finde. 
Ich werde weiterhin Eva Lucias Schaffen im Auge behalten, denn auch hier habe ich das Potential gespürt, welches mich so von ihrem ersten Werk überzeugt hatte, und ich würde auch dir raten, einmal ein wenig rein zu schauen, denn dieses Potential könnte auch für dich in ihren Gedichten schlummern.

Wie die Monde so silbern (The Lunar Chronicles #1)


Wie die Monde so silbern (The Lunar Chronicles #1) von Marissa Meyer

Zusammenfassung:

Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages niemand anderes als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht der Prinz ihre Hilfe`Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die den Prinzen unbedingt heiraten will? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie während des grossen Balls, auf den Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh...

Rezension:

Lustig, wie viele Bücher sich von mir mit nur einem Wort zusammen fassen lassen. :D Dieses hier ist leider "langweilig". Nicht, dass ich viel davon erwartet hätte, ich habe schon gehört, dass die ersten Bücher nicht so toll werden, dafür die nächsten besser und so, aber, trotzdem. Ein wenig mehr hätte es schon sein können.
Aber wieso ist das Buch denn langweilig? Da spielen zwei Entscheidende Faktoren mit rein: 1. Es ist total und absolut vorhersehbar, überraschende Entdeckungen aus den letzten zehn Seiten des Buches habe ich schon nach den ersten 50 Seiten kommen sehen. 2. Kein Element der Welt oder Geschichte, der Charaktere oder sonst irgendetwas ist gut durchdacht, gut ausgebaut oder gut etabliert. Das wäre dann die Kurzfassung meiner Rezension, viel mehr muss man über das Buch nicht wissen.

Sonntag, 17. April 2016

Der betörende Glanz der Dummheit


Der betörende Glanz der Dummheit von Esther Vilar

Zusammenfassung:

"Dummheit", meint Esther Vilar, muss im Zeitalter des Computers anders definiert werden als in den Jahrzehnten zuvor. Angesichts der Leistungsfähigkeit der elektronischen Rechenmaschinen spricht sie sich dafür aus, Intelligenz als Zusammenspiel von Phantasie und Sensibilität zu verstehen. Dummheit zeichnet sich dann nicht durch mangelnde Rechengewandtheit oder Auffassungsgabe aus, sondern durch fehlende Kreativität, Humorlosigkeit, Gefühlskälte und Rücksichtslosigkeit.
Doch obwohl sich niemand mit derlei Eigenschaften schmücken würde, erscheint diese Art von "Dummheit" geradezu Voraussetzung für gesellschaftlichen Aufstieg. Ihr Glanz betört. Und sie findet sich nicht nur bei den Herrschenden. 
Esther Vilars brillantes Psychogramm der bürgerlichen Gesellschaft analysiert mit provozierender Schärfe die Vorherrschaft von Mittelmass und Selbstbezogenheit. 

Rezension:

Repetitiv ist das Stichwort, mit welchem ich dieses Buch beschreiben würde. Das Konzept dieser neuen Dummheit ist zwar interessant und man muss sich auch immer wieder der "neuen Definition" entsinnen, wenn man nicht lauthals protestieren will, aber schlussendlich wiederholt sich Vilar  einfach nur auf provokante Art und Weise wieder und wieder.

Dienstag, 5. April 2016

Anleitung zum Unglücklichsein


Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick

Zusammenfassung:

Paul Watzlawicks kleiner Band 'Anleitung zum Unglücklichsein' bricht rigoros mit der Vorstellung, Ziel des Menschen sei das Sterben nach Glück. In Form von Metaphern, Aphorismen, Anekdoten und hintergründigen Geschichten beschreibt Watzlawick in amüsanter und ironischer Art die vielfältigen Möglichkeiten, den eigenen Alltag unerträglich zu gestalten und trivialen Ereignissen eine aussergewöhnliche Bedeutung beizumessen.
Während die Regale der Buchhandlungen mit Ratgebern zur Vervollkommnung des eigenen Glücks gefüllt sind, publizierte Watzlawick mit seinem Buch also wohl die erste Bedienungsanleitung zur Förderung des eigenen Unglücks. 

Rezension:

Man könnte behaupten, dass die Zusammenfassung eigentlich schon alles gesagt hat, was man über das Buch wissen muss. Schlussendlich ist es nichts anderes, als eine ironische Betrachtung von Verhaltenszügen, welche wir alle schon an uns und anderen beobachtet haben (nicht alles, aber einiges, in verschiedenen Stufen der Intensität), oder oft in Klischees beobachtet sehen, nur, mit dem Unterschied, dass es als etwas positives dargestellt wird. Stürzt du dich selber ins Unglück, weil du dir einredest, dass mit dir (deiner Gesundheit oder sonst etwas) nicht stimmt? Ein guter Anfang, Unglücksaspirant (übrigens ein Wort, welches mir unheimlich gefällt), aber das geht noch besser!
An manchen stellen muss man echt prusten und hinterfragt (idealer weise), sich selbst ein wenig. Und auch andere - tatsächlich konnte ich noch am selben Tag überall die selben Verhaltensmuster beobachten, wie sie auch von Watzlawick beschrieben wurden, was alltäglichen Situationen einen komischen und ein wenig bitteren Beigeschmack verpasst hat.
Sicher etwas, das man früher oder später mal gelesen haben sollte, nur um sich selbst nicht immer ganz so ernst zu nehmen, und Situationen ein wenig entspannter sehen zu können.
Die einzige Kritik, welche ich anbringen könnte, wäre, dass es teilweise beinahe ein wenig repetitiv geworden ist, was aber vielleicht auch ein situationsbedingter Eindruck war.

Bewertung:

Sehr bestimmte 4/5 Sternen.